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Und wie läuft's in den Projekten?

Mein Blick in den Spiegel

"Früher Mittwochabend… Bald würde die erste Probe zu dem Projekt „Im Spiegel der Stadt“ beginnen. Seit Wochen schon war ich neugierig auf die kommende Zeit. Doch jetzt, da es losging, mischte sich auch eine große Portion Aufregung dazu. Zwar hatte ich bereits bei zwei semiprofessionellen Theaterstücken mitgespielt, doch eine Stückentwicklung war mir bis zu diesem Zeitpunkt völlig fremd.  Was mich wohl erwarten würde?

 

Später an diesem Abend… Glücklich sitze ich im Auto und strahle von einem Ohr bis zum anderen. Es war ein toller Abend. Die Atmosphäre war vom ersten Augenblick an einfach super. Natalie unsere Regisseurin kannte ich schon. Ich halte große Stücke auf sie. Selten habe ich einen so lebendigen, aufrichtigen und natürlichen Menschen mit gleichzeitig so viel Energie kennengelernt. Doch auch meine drei Mitspielerinnen und der sabbernde Hund Vasko zogen mich sofort in ihren Bann.

 

Drei Monate später… Die letzten Wochen sind wie im Fluge vergangen. Wieso sage ich Wochen? Es waren doch sogar Monate. Jeden Mittwochabend lernte ich Leonie, Katharina, Maria, Natalie und Vasko besser kennen und kam ihnen näher. Aber am meisten erfuhr ich in dieser Zeit über mich selbst. In den Proben erforschten wir die Stadt durch zahlreiche eigene Ideen, Gedankenströme tänzerischen Choreografien, einer Stadtführung, einem Gedicht, mitreißenden Liedern und Sekundenfragmenten. Jedes Ergebnis fügte sich am Ende wie Puzzlestücke ganz selbstverständlich zu einem großen Gesamtbild zusammen. Natalie setzte Impulse, kitzelte das Beste aus uns heraus. Jede von uns wurde auf ihre eigene Art und Weise integriert. Dabei spielte es keine Rolle, ob wir keine Theatererfahrung besitzen, ob wir nichts sehen können, ob wir im Lernstress oder ob wir unsicher sind. Wir konnten unsere individuelle Persönlichkeit immer einbringen. Ich entdeckte, wie ich selbst mein Leben in der Stadt führte und warf einen Blick in den Spiegel meiner Gefühle. Seitdem gehe ich mit offeneren Augen meinen Weg. Eine fantastische Art an einem Projekt zu arbeiten.

 

Freitagabend… Wir saßen in einem kleinen Raum neben der Bühne. Mein Herz klopfte, mein Magen drehte sich, mir war so übel. Wie ein Mantra wiederholte ich „Mir ist so schlecht, mir ist so schlecht, oh mir ist ja so schlecht.“  Leonie nahm meine Hand, drückte sie fest. Ich schaute meine Mitspielerinnen an und wusste, es wird eine umwerfende Vorstellung. Und so kam es auch. Ich hatte unglaublich viel Spaß. Kleine Pannen konnten wir dank den Übungen, die Natalie mit uns gemacht hat souverän überspielen. Im Zuschauerraum bekam davon niemand etwas mit. Wenn ich heute an diese Zeit zurückdenke, möchte ich gleich wieder damit anfangen. Ich freue mich schon sehr auf Natalies neue Projekte und kann es jedem nur empfehlen." (Nicole, Im Spiegel der Stadt)